„Die konservative Wende hat begonnen“ – AfD-Politiker Joachim Paul im ZUERST!-Interview

02.09.2019

Joachim Paul, AfD-Parteivize in Rheinland-Pfalz und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Mainzer Landtag, im ZUERST!-Gespräch

 

ZUERST!: Herr Paul, Ihre Partei hat bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen ihre Wahlergebnisse massiv steigern können. Wie erklären Sie sich diesen Wahlerfolg?

Joachim Paul: Wir erleben gerade eine tektonische Verschiebung der politischen Landschaft. Die Polarisierung und Spaltung der Gesellschaft, die Folge der Massenzuwanderung und linker Gesellschaftspolitik ist, schreitet voran, dabei gewinnt die AfD immer weiter an Rückhalt in der Mitte der Gesellschaft. Ergebnisse von 20 bis 30 Prozent der Wählerstimmen sind Ausdruck eines politischen Wandels, der auch zeigt, daß sich die gesamte politische Kultur in Brandenburg und Sachsen in Richtung einer konservativen Wende entwickelt hat.

ZUERST!: In Brandenburg ist die AfD nur knapp hinter der SPD gelandet, in Sachsen hingegen ist die CDU deutlich stärkste Kraft geblieben. Was bedeutet dies für die AfD?

Paul: Gleich, ob stärkste Kraft oder nicht. Die AfD hat triumphiert. Die Ergebnisse wurden beinahe verdoppelt und verdreifacht, was Zeichen für eine erfolgreiche Oppositionsarbeit in den Landtagen Sachsens und Brandenburgs ist. In der vergangenen Legislaturperiode konnte unsere Partei in den beiden Bundesländern mit einer bürgernahen und praxisorientierten Arbeit die Bürger von ihrer Qualität überzeugen. Der Weg, der eingeschlagen wurde, ist der richtige und wir werden ihn weitergehen.

ZUERST!: Sehen Sie Optionen für eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD?

Paul: Die Unfähigkeit von SPD und CDU, Realitäten anzuerkennen, lassen mich daran zweifeln, daß bei diesen beiden ehemaligen Volksparteien so viel Verstand waltet, über eine Einbindung der AfD in Regierungsverantwortung überhaupt nachzudenken. Vielmehr herrscht die Angst vor, im Falle einer Koalition mit der AfD, einen Kulturkampf gegen das bundesdeutsche Medien- und Politikestablishment führen zu müssen. Dann gehen SPD und CDU lieber den einfachen Weg des geringsten Widerstands, um sich weitere Jahre an der Macht zu erkaufen.

ZUERST!: Herr Paul, vielen Dank für das Interview.