Strategiebeschluß der AfD-Spitze: Die Partei muß bürgerlicher und transatlantischer werden

26.08.2019

Die AfD will nach dem Willen ihres Bundesvorstandes mittelfristig zur „Volkspartei“ werden. Allerdings hängt sie die Latte dafür relativ niedrig: bis 2025 will die AfD „bundesweit mindestens 20 Prozent“ erreichen, berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“ jetzt unter Berufung auf einen neuen Strategiebeschluß des AfD-Parteivorstandes.

Dafür wolle die Partei künftig noch stärker das „konservativ-liberale Bürgertum in der politischen Mitte und rechts davon“ ansprechen, heißt es in dem 72-seitigen Dokument unter dem Titel „Strategie 2019-2025: Die AfD auf dem Weg zur Volkspartei“. Die Strategie sei auf der Bundesvorstandssitzung am 16. August beschlossen worden, berichtet der „Focus“.

Um neue Wähler zu gewinnen, will die AfD-Spitze auch das Image der Partei verändern. So leide die AfD laut der Ausarbeitung nicht an einem Mangel an klarem Profil im öffentlichen Erscheinungsbild, sondern an einem „Übermaß an Profil“. Dies verzerre das Image der AfD und mache es ihr schwieriger, neue Wähler vor allem in bürgerlichen Schichten zu werben und zur Volkspartei zu werden, heißt es in dem Strategiebeschluß weiter.

Um beim „bürgerlich-konservativen“ Wählerpublikum zu punkten, will die AfD auch mehr als bisher auf einen explizit transatlantischen Kurs einschwenken. So heißt es im Strategiepapier, daß im konservativen Bürgertum „die NATO und die USA immer noch als wesentliche Garanten für Frieden, Freiheit und Demokratie in Europa“ angesehen würden. „Dumpfer Anti-Amerikanismus und überbordende, unkritische Rußland- und Putin-Verehrung, wie sie auch in der AfD zu finden sind und von Einzelnen sogar öffentlich gelebt werden, schreckt diese Wählerschicht ab“, heißt es im Strategiebeschluß der Parteispitze.